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MEISTERREGISSEURE UND IHRE KOMPONISTEN: ALFRED HITCHCOCK UND BERNARD HERRMANN

Alfred Hitchcock, der durch und durch britische Regisseur, ein Mann des trockenen Humors und ein Perfektionist in seiner Kunst, arbeitete bei acht Filmen mit dem amerikanischen Komponisten Bernard Herrmann zusammen, einem gebildeten Anglophilen, belesen in der englischen Literatur. Viele Themen, die Alfred Hitchcock in seinen Filmen aufgreift, müssen Bernard Herrmanns eigener Persönlichkeit entsprochen haben. Die komplexen Gegensatzpaare Wirklichkeit/Fantasie, Anziehung/Abstoßung und Besessenheit/Bindungslosigkeit schienen geeignet, das Komponieren anzuregen. Beginnend mit Immer Ärger mit Harry (1955) und endend mit Der zerrissene Vorhang (1966), gehören die Filmmusiken Bernard Herrmanns ohne Zweifel zu den einfallsreichsten und originellsten, die jemals für den Film geschrieben wurden.

Unter aufführungspraktischen Gesichtspunkten stellen die Kompositionen von Bernard Herrmann eine Herausforderung dar. Vom reinen Streicherklang in Psycho über die eher kammermusikalischen Besetzungen in Immer Ärger mit Harry und Marnie (1964) bis hin zur Kantate „The Storm Clouds“ für Mezzosopran-Solo, gemischten Chor und großes Orchester aus dem Film Der Mann, der zuviel wusste (1956) reicht die klangliche Spannbreite seines Schaffens. Gerne hätten wir auch Bernard Herrmanns Musik aus Der zerrissene Vorhang vorgestellt – der Komposition also, an der die Partnerschaft (und Freundschaft) mit Alfred Hitchcock schließlich zerbrach. Doch die Partitur verlangt nach zwölf Flöten, zwölf Hörnern und neun Posaunen … Sicherlich ein klangliches Erlebnis, im Konzertsaal allerdings nur schwer zu verwirklichen.

Umso mehr freuen wir uns, als Weltpremiere eine neue Suite aus Marnie vorstellen zu können. John Waxman, der Sohn von Franz Waxman, der u.a. für Rebecca (1940) und Das Fenster zum Hof (1954) die Musik schrieb, und seine Mitarbeiter haben auf Grundlage der Handschriften von Bernard Herrmann ein Tongedicht erstellt, das uns die Geschichte um Marnie, Mark, Lil, Forio und Bernice vor die Ohren und das innere Auge führt.

An dem Konzertabend verwandeln wir den Konzertsaal in ein Lichtspielhaus – nicht in einen Kinosaal oder in ein Filmtheater, in dem das Publikum im Dunkeln sitzt und das Geschehen auf der Leinwand verfolgt. In ein Lichtspielhaus, in dem wir musikalisch und visuell mit Licht und Schatten spielen; in dem wir in die Welt Alfred Hitchcocks eintauchen; in dem sich die Filmbilder von der Leinwand lösen und Bilder, Gefühle und Personen größer werden als die Leinwand, auf die sie projiziert werden

Das Spiel von Licht und Schatten, von Orchesterklang und musikalischer Farbe greifen wir auch in der Lichtkonzeption auf. Die unterschiedlichen Lichtstimmungen stehen in einer engen Beziehung mit den Farben, die von der Leinwand und aus dem Orchester in die Philharmonie hinein wirken. Orchestermusik, Filmbild und Licht sind eine Einheit. Sie ergänzen sich und bedingen einander. 

 Die Produktion benötigt:

- digitale Filmprojektion

- Leinwand

- 2 Videomonitore (für Dirigent + Projektion)

- Notenpultleuchten

- Stage Management

- 1 Projektmanager

- 2 Projektionstechniker

- 1 Vorführer Bildebene

- 1 Lichtdesigner

- Lichtplan

Die gesamte Produktion (d.h. Notenmaterial, Filmausschnitte, Bilder und Presse-Material) ist über die EUROPÄISCHE FILMPHILHARMONIE erhältlich.

Eine Auftragsproduktion der Kölner Philharmonie. 

EA im Sendesaal des Hessischen Rundfunks (18.&19.11.2010) und in der Kölner Philharmonie (20.11.2010) mit dem hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Frank Strobel.

Länge:
95min.
Ensemble:
großes Orchester (ab 46 Musiker)
Besetzung:
2+pic.2+ca.3+2bcl.2+cbsn – 4.4.3.1 – timp.4perc – pno/cel/org – 2hp – strings – fender bass – SATB choir
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