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Freudlose Gasse, Die
(Freudlose Gasse, Die)
Deutschland
1925
Drama

Nach DIE GRÄFIN DONELLI, einem Henny Porten-Film, gelingt Pabst 1925 mit DIE FREUDLOSE GASSE sein erster großer Erfolg. Der Film mit Greta Garbo, Asta Nielsen und Pabsts Lieblingsschauspieler Werner Krauß wird von der Kritik gefeiert. Bis heute gilt er als Meisterwerk des sozialkritischen Realismus, das Pabsts Ruf als Meister der „Neuen Sachlichkeit' begründet. Diese Kunstrichtung versteht sich als Abkehr vom in Deutschlands Filmschaffen so stark vertretenen Expressionismus, dessen Phantastik zugunsten einer detailgenauen, realistischen Beobachtung der „Dramen des Lebens' (Pabst) aufgegeben wird.

DIE FREUDLOSE GASSE wurde von diversen Zensurbehörden in Europa und vom Importeur in den USA fast bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und gilt als einer der prominentesten Fälle der Zensurgeschichte. Im Filmmuseum München fand mit Unterstützung des Projekts Lumière eine umfassende Restaurierung statt, an der sich zahlreiche Filmarchive beteiligten. Ergebnis ist die vorläufig längste und inzwischen viragierte Fassung des Films von 3200 Metern.

Wien in den Inflationsjahren nach dem Ersten Weltkrieg. Hinter den Fassaden der ehemals wohlhabenden Bürgerhäuser herrschen einerseits dumpfe Armut und Hunger und andererseits dekadenter Reichtum und Spekulationsgeist. Die neue 'Oberschicht' in der einst gutbürgerlichen Melchiorgasse bilden die Händler, die ihre Machtstellung ausnutzen: Die Schneiderin Greifer betreibt im Hinterzimmer ein Bordell, und der Fleischer veräußert seine Ware nur gegen besondere Dienstleistungen.

In locker verwobenen Episoden entwirft Pabst ein realistisches Bild Wiens während der Inflationszeit, einen scharf kontrastierenden Bilderbogen von Armut und Verschwendung, Sexualität und Macht.

Kompositionen:

Aljoscha Zimmermann (Neukomposition)

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  Ensemble (1 - 15 Musiker)    
 
Besetzung
Violine, Cello, Schlagzeug, Klavier
     
 
Dauer in min.
96
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