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Nanuk, der Eskimo
(Nanook of the North)
USA
1922

NANUK, DER ESKIMO (Originaltitel: NANOOK OF THE NORTH) war der erste lange amerikanische Dokumentarfilm, der ein weites Publikum begeisterte, und wurde von Robert J. Flaherty im Jahr 1922 produziert. Der Film gilt als einer der bedeutendsten Dokumentarfilme der Stummfilmära und als der erste Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Der Film wurde im Jahr 1989 in das National Film Registry aufgenommen.

Regisseur Robert J. Flaherty begleitete über mehrere Wochen hinweg den Inuit Nanook und seine Familie bei ihrem Überlebenskampf in der kanadischen Arktis. Der Film folgt über mehrere Wochen dem Eskimo Nanuk und seiner Familie, die aus den beiden Ehefrauen Nyla und Cunayou, dem jungen Sohn Allee und dem viermonatigen Baby Rainbow besteht. Dokumentiert werden das alltägliche Leben und die Arbeit wie Robben- und Walrossjagd, Fischfang, Iglubau, Fellhandel, Pflege der Kinder und Betreuung der Schlittenhunde. Neben der Schönheit der Natur und der naiven Fröhlichkeit der Menschen wird auch die Härte des arktischen Lebens festgehalten. Die Familie kommt beinahe bei einem plötzlichen Schneesturm ums Leben und wird von Hunger und Verzweiflung geplagt.

NANUK, DER ESKIMO gilt mit seiner Darstellung der schwierigen Lebensumstände und der beeindruckenden Eislandschaften als erster und bedeutendster Dokumentarfilm der Stummfilmzeit. Der Film ist durchaus inszeniert, entbehrt einiger ethnologischer Details, folgt gelegentlich allzu romantisch der Idee des „edlen Wilden“ und hält trotzdem eine Authentizität aufrecht, die sich gegenüber der Kritik, er sei nicht wahrheitsgetreu, hervorhebt. NANUK, DER ESKIMO präsentiert in eleganten Bildabfolgen einfühlsam und respektvoll die traditionelle Lebensweise der Inuit und fängt die Atmosphäre der Arktis gekonnt für die Leinwand ein.

“Flaherty’s myth is today more valid, more universal, and more significant than ever before. And it is no wonder. For it is rooted in love. And what it tells is a story of the innate decency and fortitude and invincibility of the human spirit.” (Hugh Gray, 1950)

Kompositionen:

Timothy Brock (Neukomposition)

1997
  kleines Orchester (16 - 45 Musiker)    
 
Besetzung
Fl.Ob.Kl.Fg. – Hfe – Streicher
     
 
Dauer in min.
79
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