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JEANNE D'ARC / Ole Schmidt

Passion der Jungfrau von Orléans, Die
(Passion der Jungfrau von Orléans, Die)
Frankreich
1928
Drama

In der Gestaltung seines Films DIE PASSION DER JUNGFRAU VON ORLÉANS zeigt sich Carl Theodor Dreyers kompromissloser Stilwille. Die Gerichtsverhandlung, Aburteilung und Hinrichtung der Jeanne d‘Arc, all dies spiegelt sich auf den Gesichtern. Das Werk ist eine Folge von Mienen und Blicken. Die Visagen der ränkeschmiedenden Richter werden von unten und in dialektischer Bewegung gefasst, Jeannes Gesicht dagegen in fixen Einstellungen meist von oben. Dabei wechselt Dreyer in schnellen Schnitten, die in Spannung zur äußeren Handlungsarmut des Films stehen, sprunghaft die Perspektive. In dieser fragmentierenden, gleichsam kubistischen Montage wird auf Maria Falconettis ungeschminktem Gesicht Jeannes innerer Kampf sichtbar: von der Verstörtheit ihrer fast irr aufgerissenen Augen über Zweifel und Hoffnung bis zum Triumph. In Falconetti fand Dreyer seine Idealbesetzung. Ihr unvergleichliches Spiel gilt bis heute als ein Beispiel überragender Schauspielkunst. 

Zur Musik: Van den Boorens Werk akzentuiert dynamisch inneres wie äußeres Geschehen des Films und folgt den Bildern präzise, ohne sie zu erschlagen. Van den Booren orientierte sich an Zwölftonstrukturen, mit denen er subtile Akzente setzt und eine atmosphärisch dichte, suggestive Klangsprache formt. Die Musik fügt Dreyers Film eine Dimension hinzu, macht Jeannes Verzweiflung, ihr Leid, aber auch ihre Kraft fast körperlich spürbar, vereint die Kunst des Augenblicks mit Bildern für die Ewigkeit. 

DIE PASSION DER JUNGFRAU VON ORLÉANS rekonstruiert die Ereignisse rund um den Prozess der Pariser Universität gegen die Jungfrau von Orléans anhand der historischen Prozessakten. Die der Ketzerei beschuldigte Heilige wird nach quälenden Verhören, Folter und einem widerrufenen Geständnis schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Das Drehbuch und die Zwischentitel stützen sich dabei vor allem auf die Prozessakten und lassen so ein psychologisches Kammerspiel von großer Dichte entstehen. 

Kompositionen:

Jo van den Booren

1985 new score
  kleines Orchester (16 - 45 Musiker)    
 
Besetzung
1+1/pic.1+1/ca.1+bcl.1+1/ cbsn – 2.2.1+1/btrbn.1 – 2perc – org – hp – strings
     
 
Dauer in min.
82
sync fps
20

Richard Einhorn

1994 Neukomposition
  kleines Orchester (16 - 45 Musiker)    
 
Besetzung
2.2.0.0 – 0.0.0.0 – strings – SATB choir + 4 SATB vocalists – digital sampler
     
 
Dauer in min.
84
sync fps
24

Ole Schmidt

1982 Neukomposition
  großes Orchester (ab 46 Musiker)    
 
Besetzung
1/pic.1/ca.1/bcl.1 – 1.1.1.0 – timp.3perc – strings – gtr – solo: soprano
     
 
Dauer in min.
82
sync fps
20
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