zurück Print Version

Online-Shop

ANDERS ALS DIE ANDEREN

 

Anders als die Andern
(Anders als die Andern)
Deutschland
1919
Drama

Das Ende des ersten Weltkriegs bedeutete in Deutschland zugleich auch ein Ende der staatlichen Filmzensur. Der Bedarf nach spektakulären Themen und riskanten Darstellungen ließ den Markt für sog. Sitten- oder Aufklärungsfilmefilme boomen. In diesem liberalen Klima konnte zunächst auch ANDERS ALS DIE ANDERN veröffentlicht werden, dessen zentrales Thema die Debatte um § 165 StGB ist, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellt. Der Film wird ein kommerzieller Erfolg, nicht zuletzt wegen der Kontroversen, die seine Aufführung begleiten. 1920 wird jedoch die staatliche Filmzensur wieder eingeführt und der Film verboten. 1926 ist es wiederum Hirschfeld, der den Film der Öffentlichkeit zugänglich zu machen versucht. Er kürzt den Film, der jedoch im Oktober desselben Jahres erneut verboten wird, von 90 auf 40 Minuten. Lange Zeit galt ANDERS ALS DIE ANDERN als verschollen, bis 1969 eine ukrainische Exportkopie gefunden wurde. Dieses 40-minütige Fragment ist die einzige Version, die heute erhalten ist.

ANDERS ALS DIE ANDERN beschreibt den 'tragischen Lebenslauf eines homosexuellen Opfers eines Erpressers, wie er nur im Konflikt mit dem Strafgesetzbuch möglich war' (ZT). Bereits als Jugendlicher gerät Paul Körner in Schwierigkeiten, da er sich zu seinem besten Freund hingezogen fühlt. Als dies entdeckt wird, muß er das Internat verlassen und beginnt ein zurückgezogenes Leben als Violinvirtuose. Als er seinen junger Bewunderer Kurt Sivers als Lieblingsschüler und Geliebten aufnimmt, scheinen Einsamkeit und Isolation überwunden. Doch bald wird Paul vom zwielichtigen Franz Bollek wegen seiner Homosexualität erpreßt, nachdem er diesem Geld für eine Liebesnacht geboten hatte. Verzweifelt sieht er vor seinem geistigen Auge den Zug seiner 'unglücklichen Schicksalsgenossen' aus vergangenen Zeiten vorüberziehen. Er konsultiert einen Sexualforscher, der ihn aufklärt, daß Homosexualität eine 'reine und edle' Veranlagung darstellen könne, die darüberhinaus naturgegeben sei. Als Körner seinen Erpreser schließlich anzeigt, wird er selbst zu einer Haftstrafe verurteilt. Von nun an ist er gesellschaftlich geächtet, sein Liebhaber hat ihn nach Bolleks Demütigungen verlassen. Ruiniert und vereinsamt nimmt sich Paul das Leben. Der Film endet mit einem Appell Hirschfelds, in dem er sein Publikum bittet zu helfen, solche Tragödien in Zukunft unmöglich zu machen.

Kompositionen:

Bernd Schultheis

2000
  Ensemble (1 - 15 Musiker)    
 
Besetzung
Violine Horn Klavier
     
 
Dauer in min.
40
sync fps
18
zurück