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Napoléon - Vu par Abel Gance
(Napoléon - Vu par Abel Gance)
Frankreich
1925
Historie

Als Vertreter des französischen Ästethizismus und Vorreiter im Einsatz von Filmtechnik gelang Abel Gance mit NAPOLÉON ein künstlerischer Kraftakt. Der Film bildet einen Höhepunkt der Filmgeschichte und gilt immer noch als der “größte Napoleonfilm” aller Zeiten. Gance wollte mit viel Enthusiasmus in seinem Mammut-Werk (die Originalversion des Films hatte eine Laufzeit von 9 (!) Stunden, wurde aber für die kommerzielle Auswertung gekürzt) vor allem die Zuschauer in das Geschehen mit einbeziehen. Mittel dazu ist vor allem die Kamera. Sie wird getragen, geworfen, um die eigene Achse geschleudert; man spürt den Atem des Sängers, dem Gance die Kamera umschnallte, während er die Marseillaise sang, man fliegt mit der Kamera wie ein Schneeball durch die Luft, man sieht die Welt plötzlich aus ungeahnten und faszinierenden Perspektiven.

Dazu gelang Abel Gance ein revolutionärer Vorgriff in der Vorführtechnik, in dem er mit drei nebeneinander laufenden Filmprojektoren den Film in einer Art Tryptichon auf einer dreigeteilten Leinwand projizierte. Das Verfahren nannte er Polyvision. Nicht zuletzt bewirken die suggestive Kraft der Bilder selbst und der ihnen inne wohnende Rhythmus, dass NAPOLÈON noch heute überwältigend und revolutionär wirkt.

Kevin Brownlow, Verfasser der bisher umfangreichsten Studie über den Stummfilm, befasste sich seit den 1960er Jahren mit dem ehrgeizigen Projekt, den Monumentalfilm Napoleon zu rekonstruieren. Die im Jahre 2000 abgeschlossene, 5 1/2 stündige, aufwendig vom BFI viragierte Fassung ist die vollständigste Fassung des Films, den ein Publikum nach den späten 1920er Jahren gesehen hat.

Von der Schulzeit in der Militärakademie 1681 über seinen Aufenthalt in Paris während der französischen Revolution, seiner Flucht aus Korsika und dem Untergang der Girondisten in der Nationalversammlung bis zum Italienfeldzug 1696 wird der Lebensweg Napoléons in faszinierenden Bildern geschildert: Er wird als Übermensch gezeigt, überlebensgroß und von der Vorsehung zum Retter des Volkes bestimmt.

Kompositionen:

Carl Davis

1980 Neukomposition
  großes Orchester (ab 46 Musiker)    
 
Besetzung
2/Pic.2/EHr.2(I/Bassethorn+Kl(A).II/EsKl+BKl+Kl(A)).2(II/KFg) – 4.2.3(I/APos).0 – Pk/Schlzg.Schlzg(3).Orgel.Drehleiher – Streicher (min. 12.10.8.8.6) Bemerkung: Ein zusätzliches Horn und eine zusätzliche Trompete sind empfehlenswert.
     
 
Dauer in min.
331
sync fps
18-20
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