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Henry V.
(Henry V.)
UK
1944
Drama

Die schöne Artikulation und die ausdrucksstarke Stimme machten Laurence Olivier zu einem der größten Shakespeare-Interpreten des 20. Jahrhunderts. So ist er hauptsächlich als Theaterkünstler in Erinnerung geblieben. Für den Film arbeitete Olivier seit 1930, errang mit seiner urbritischen Art Erfolge in den Hollywood Klassikern STURMHÖHEN (nach Emily Brontë, 1939), REBECCA (1940) und STOLZ UND VORURTEIL (1940). Seine bedeutendsten Beiträge als Regisseur und Hauptdarsteller sind seine drei Shakespeare-Adaptionen HENRY V, der 1944 ein Hohelied des Patriotismus für England im Krieg wurde, HAMLET (1948), den er als bleichen Vergeistigten mit an Sigmund Freud orientierter Psyche in stilisierter Kulisse spielte, und RICHARD III (1955), einer Mischung aus statischer Bühnendramatik und gekonnter Farbdramaturgie. 

Zur Musik: Sir William Walton (1902-1983), der für HENRY V. eine opulente Musik im spätromantischen Klanggewand schrieb, wurde 1902 als Sohn eines Chorleiters und einer Gesangslehrerin in Oldham in der englischen Grafschaft Lancashire geboren. Er wurde Chorknabe an der Oxforder Christ Church Cathedral und begann später ein Studium an der dortigen Universität. Zu keiner Zeit jedoch erhielt er systematischen Unterricht in Komposition, und auch wenn Ernest Ansermet und Eugene Goossens ihm später halfen, das Dirigieren zu erlernen, blieb er im Wesentlichen Autodidakt. In Oxford machte William Walton die Bekanntschaft der Sitwells, die nicht nur seine Freunde wurden, sondern ihn auch moralisch und finanziell unterstützten. 1922 schrieb er die Musik zu Edith Sitwells Gedichtzyklus „Façade“. Keine zehn Jahre später war es Ediths Bruder Osbert, der die Textvorlage für Waltons Meisterwerk BELSHAZZAR’S FEAST lieferte. 

In den Kriegsjahren war William Walton in erster Linie mit dem Schreiben von Film- und Ballettmusik beschäftigt. Zu den Filmen gehörte FIRST OF THE FEW; ein Stück aus der Filmmusik wurde als eigenständiges Werk veröffentlicht: „Spitfire Prelude & Fugue“. Drei Jahre nach dem Erfolg von HENRY V folgten mit HAMLET (1947) und RICHARD III (1955) zwei weitere Filmmusiken zu Shakespeare-Verfilmungen, mit denen sich Walton einen Rang unter den größten Filmkomponisten eroberte. 

Bereits 1951 schlug man ihn zum Ritter. 1968 wurde ihm der Order of Merit verliehen. Walton starb 1983 im Alter von 80 Jahren. 

Inhalt: England 1415. Im Namen Edwards III. erhebt der Normannenspross und junge König Henry V. seinen Anspruch auf den französischen Thron und setzt mit einem Heer auf das Festland über. Der schwache französische König, von seinem Sohn, dem unbotmäßigen Dauphin und seinen Herzögen schlecht beraten, zögert lange, bis er sich dem Siegeszug der Engländer entgegenstellt. Als Krankheiten und mangelnde Verpflegung das Heer dezimieren, will sich Henry nach Calais zurückziehen. Bei Azincourt stellt sich ihm eine französische Übermacht entgegen. In der Nacht vor und am Morgen der Schlacht kann der König seine erschöpften Männer derart begeistern, dass die Engländer den Gegner vernichtend schlagen.

Kompositionen:

William Walton

1944
  großes Orchester (ab 46 Musiker)    
 
Besetzung
1+2/pic.2+1/ca.2+1/bcl.2 – 4.3.3.1 – timp.2perc – harpsichord – hp – strings – SATB choir + children’s choir
     
 
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