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Kategorie: Termine

Radio Symphonie Orchester Wien spielt ALEXANDER NEWSKI

21.November.2019

Konzerthaus Wien, 19.30 Uhr

Es spielt das Radio Symphonie Orchester Wien unter der musikalischen Leitung von Frank Strobel.

Wiener Singakademie

Marina Prudenskaya, Mezzosopran

Der Film ist ein monumentales Historienepos über den russischen Nationalhelden Alexander Newski. Versehen mit den Ingredienzien wie Liebe, Tapferkeit und unmenschliche Grausamkeiten durch den Feind, rüttelt der Film emotional auf – unterstützt durch die starke Bildsprache Eisensteins. Eisenstein zeigte sich mit der filmischen Heldenlegende insbesondere darum sehr zufrieden, da über die Schönheit der einzelnen Bilder hinaus, die Bilder mit der Musik Prokofjews, in bis dahin nirgendwo erreichter Vollkommenheit übereinstimmen. Die grandios inszenierte ‘Schlacht auf dem Eis’, in der die deutschen Eindringlinge vernichtend geschlagen werden, bildet dabei zweifellos den Höhepunkt.

Zur Musik: Prokofjew hat eine explizit russische, gleichwohl zeitgemäße Musik geschrieben, die – wie er selbst ausführt – „.. in der Lage ist, der Phantasie des Zuschauers genügend Nahrung zu geben. Daher erschien es erheblich vorteilhafter, sie nicht in der Gestalt zu bringen, wie sie wirklich zu Zeiten der Schlacht auf dem Eissee geklungen hat, sondern in der Gestalt, wie wir sie uns heute vorstellen." Die Musik verbreitet mit ihren Anklängen an russische Volksmusik das notwendige Lokalkolorit. Sie folgt, wie es auch der Tektonik des Filmes entspricht, einer Dramaturgie der Gegenüberstellung von zwei dominanten Motivbereichen, dem russischen und dem teutonischen. Den visuellen entsprechen exakt die musikalischen Ausdrucksmittel: der bildlichen Karikierung der feindlichen Invasoren folgen starke, aggressive und mechanisch-monotone Rhythmen, „mit schroffen polytonalen Akkorden und dem Einsatz von forcierten Ausrufen der Blechbläser, die eine vorherrschende Stellung im Orchester einnehmen.“ (Elena Jegerowa) Spektakulärer Höhepunkt des Film ist die ‚Schlacht auf dem Eissee‘, die im Film fast 35 Minuten dauert und die alle bis dahin entwickelten musikalischen Themen sinfonisch durcharbeitet und zu einem einheitlichen Klangkomplex vereint. Die Schlacht ist wie ein Ballett gebaut, die Szenen hart aneinandergeschnitten, im Bild wie im Ton: „Durch Alternieren der russischen Melodie mit der deutschen wird die Logik der abwechselnden Dominanz der Kräfte vermittelt. Wenn die symmetrischen Musikpassagen ihre musikalische Entwicklung erschöpfen, werden sie abrupt durch quasi-naturalistische Schlachtgeräusche ersetzt; gegen Ende der Schlacht, bei der Vorfolgung, werden die Melodien über Überlappungen und Überblendungen ineinander verwoben, die deutschen Melodie geht in das Geräusch der Luftblasen über und ‚versinkt‘ wie der letzte Ritter im See.“ (Oksana Bulgakowa)

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